Abgleich und Drift
Der gespeicherte Stand einer verwalteten Zone ist der Soll-Zustand. Ändert jemand direkt beim Anbieter etwas — über dessen Weboberfläche, ein Skript oder ein anderes Werkzeug — entsteht eine Abweichung. Diese Abweichung heißt Drift, und sie wird angezeigt statt heimlich korrigiert.
Drift-Arten
Abschnitt betitelt „Drift-Arten“| Art | Bedeutung |
|---|---|
| MODIFIED | Der Eintrag existiert beidseitig, hat beim Provider aber andere Werte |
| DELETED | Wir kennen den Eintrag, beim Provider fehlt er |
| ADDED | Beim Provider existiert ein Eintrag, den wir nicht kennen |
Auflösen
Abschnitt betitelt „Auflösen“Zu jedem Fund gibt es drei Wege:
- Erzwingen — unser Soll-Zustand wird beim Provider durchgesetzt. Der Weg bei unerwünschten Fremdänderungen.
- Übernehmen — der Stand des Providers wird zum neuen Soll. Der Weg, wenn die Änderung dort beabsichtigt und richtig war.
- Ignorieren — diese Kombination aus Name und Typ wird künftig nicht mehr gemeldet. Für Einträge, die bewusst außerhalb gepflegt werden.
Wann geprüft wird
Abschnitt betitelt „Wann geprüft wird“Der Abgleich läuft zyklisch im Hintergrund (höchstens im 15-Minuten-Takt, mit Rücknahme bei wiederholten Fehlern), zusätzlich vor dem Anwenden von Änderungen und jederzeit manuell über Jetzt prüfen in der Zone.
Warum das wichtig ist
Abschnitt betitelt „Warum das wichtig ist“Nach dem Zurückspielen einer Sicherung ist der gespeicherte Stand womöglich
älter als der beim Anbieter. Der Drift-Mechanismus macht daraus keinen
Datenverlust: Was seither passiert ist, taucht als MODIFIED oder ADDED auf
und lässt sich per Übernehmen gezielt zurückholen. Die Provider sind damit
ein zweites Standbein — ein DNS-Soll-Verwalter verliert bei einem Restore
weniger als eine gewöhnliche Anwendung.
Propagations-Ampel
Abschnitt betitelt „Propagations-Ampel“Nach jeder Änderung zeigt jede Eintragszeile der Zone eine Ampel: wie weit ist der neue Stand schon sichtbar?
| Farbe | Bedeutung |
|---|---|
| Rot | Die autoritativen Nameserver des Providers liefern den neuen Stand noch nicht. |
| Gelb | Beim Provider live, aber höchstens die Hälfte der öffentlichen Test-Resolver ist aktuell. |
| Dunkelgrün | Die Mehrheit der Test-Resolver ist aktuell — Caches können bis zum Ablauf der TTL nachhängen. |
| Hellgrün | Die TTL ist seit der autoritativen Bestätigung abgelaufen — jeder Cache kann aktuell sein (rechnerisch). |
Geprüft wird automatisch nach jeder Änderung (anfangs alle 30 Sekunden,
später entspannter, bis alles hellgrün ist) und manuell über Propagation
prüfen. Der Tooltip der Ampel nennt die Zähler (autoritative Server,
Resolver) und bei Dunkelgrün die Uhrzeit, ab der die Änderung als vollständig
verbreitet gilt. Die Test-Resolver sind in den Kerneinstellungen unter
propagation.resolvers konfigurierbar (auch per
DNSE_PROPAGATION_RESOLVERS); ohne Eintrag werden Google (8.8.8.8),
Cloudflare (1.1.1.1), Quad9 (9.9.9.9) und OpenDNS (208.67.222.222) befragt —
so lässt sich z. B. auch der interne Firmen-DNS mit beobachten.