APT-Cache (apt-cacher-ng)
LCM kann alle verwalteten Server ihre APT-Anfragen über einen zentralen apt-cacher-ng leiten lassen: Jedes Paket wird nur einmal aus dem Internet geladen und danach aus dem lokalen Netz bedient. Das spart Bandbreite und beschleunigt Update-Läufe über viele Server.
1. Installation (Debian/Ubuntu)
Abschnitt betitelt „1. Installation (Debian/Ubuntu)“sudo apt-get updatesudo apt-get install apt-cacher-ngsudo systemctl enable --now apt-cacher-ng2. Konfiguration
Abschnitt betitelt „2. Konfiguration“In /etc/apt-cacher-ng/acng.conf sind drei Einstellungen relevant:
# Port des Caches (Default 3142)Port: 3142
# EMPFOHLEN: https-Quellen werden als CONNECT-Tunnel durchgereicht und damit# ebenfalls gecacht. Ohne diese Zeile lehnt acng CONNECT ab - LCM erkennt das# beim Anbinden und leitet https dann am Cache vorbei (siehe unten).PassThroughPattern: .*
# Aufbewahrung: Der Expiration-Lauf entfernt nur Pakete, die in keinem# aktuellen Index mehr referenziert sind UND länger als ExThreshold Tage# nicht angefragt wurden. Default 4 - großzügiger:ExThreshold: 30Danach sudo systemctl restart apt-cacher-ng.
Persistenz: Der Cache liegt als normale Dateien unter
/var/cache/apt-cacher-ng und überlebt Neustarts automatisch.
Zu https: Durch den Tunnel bleiben https-Quellen Ende-zu-Ende verschlüsselt
- der Cache reicht sie nur durch, ohne sie zu speichern. Den vollen Cache-Nutzen bringen http-Quellen (die Debian-/Ubuntu-Hauptarchive); deren Integrität sichert apt unabhängig vom Transport über GPG.
3. Firewall
Abschnitt betitelt „3. Firewall“Port 3142 nur fürs interne Netz freigeben (ein offener Proxy wäre missbrauchbar):
sudo ufw allow from 192.168.0.0/16 to any port 3142 proto tcp4. Funktionstest
Abschnitt betitelt „4. Funktionstest“Die Report-Seite muss aus dem Server-Netz erreichbar sein - dort gibt es später auch Cache-Statistiken:
http://<cache-host>:3142/acng-report.html5. In LCM einrichten
Abschnitt betitelt „5. In LCM einrichten“-
Cache-URL hinterlegen. Einstellungen → APT-Cache: die URL eintragen (z. B.
http://192.168.1.10:3142) und mit „Verbindung prüfen“ verifizieren - grünes Badge „läuft“ = bereit. Auf derselben Seite liegen die Transfer-Statistiken, der Dienst-Neustart, das permanente Caching und der Status der Überwachung. -
Einzelnen Server anbinden. Server-Detail → Tab „Repositories“ → „APT-Cache verwenden“. LCM schreibt das Drop-in
/etc/apt/apt.conf.d/02lcm-apt-cache(http- und https-Proxy) und prüft die Anbindung sofort perapt-get update. Schlägt der Test fehl, wird das Drop-in automatisch entfernt - der Server bleibt arbeitsfähig. „APT-Cache trennen“ macht es rückgängig. -
Ganze Gruppe anbinden. Gruppen-Regel „APT-Cache anbinden“ (am Schedule) oder „APT-Cache erzwingen“ (Grundsatz-Regel). Die Grundsatz-Regel prüft bei jeder Verbindung, ob das Drop-in auf die aktuelle Cache-URL zeigt, und schreibt es bei Abweichung neu - so wirkt auch eine später geänderte URL automatisch auf alle Server.
Der Anbindungs-Status ist im Repositories-Tab sichtbar (Badge „APT-Cache aktiv“) und wird bei „Alles aktualisieren“ live ausgelesen.
Anbindung wieder lösen (deaktivieren)
Abschnitt betitelt „Anbindung wieder lösen (deaktivieren)“Zwei Wege führen zurück zu direkten Repository-Anfragen:
- Je Server: Server-Detail → Tab „Repositories“ → „APT-Cache trennen“.
LCM entfernt das Drop-in;
aptspricht sofort wieder direkt mit den Paketquellen. - Zentral: Einstellungen → APT-Cache listet unter „Angebundene Server“ alle Server, die aktuell über den Cache laufen - mit Trennen-Button direkt in der Liste. So musst du nicht jeden Server einzeln aufsuchen.
6. Statistik, Einstellungen & Überwachung
Abschnitt betitelt „6. Statistik, Einstellungen & Überwachung“Die Seite Einstellungen → APT-Cache bündelt den Betrieb des Caches:
- Transfer-Statistiken - wie viel aus dem Internet geladen und wie viel aus dem Cache ausgeliefert wurde (seit Dienst-Start und in jüngster Zeit). Die Differenz ist die eingesparte Bandbreite.
- Erweiterte Einstellungen - Dienst neu starten und permanentes
Caching (schaltet den nächtlichen Ablauf-Job ab,
NO_CRON_RUN). Diese Aktionen stehen nur zur Verfügung, wenn apt-cacher-ng auf dem LCM-Host selbst läuft; Statistik und Erreichbarkeit gelten für jede konfigurierte Cache-URL. - Überwachung - LCM prüft den Cache im Rahmen der Alarm-Auswertung (alle 30 Minuten). Die Prüfung akzeptiert nicht schon jede HTTP-200-Antwort, sondern nur eine echte apt-cacher-ng-Report-Seite - so fällt auch ein fremder Dienst auf dem Port oder ein stiller Fehlstart auf. Den Alarm richtest du als Regel vom Typ „apt-cacher-ng nicht erreichbar“ unter Einstellungen → Alarme ein und weist ihr einen Benachrichtigungskanal zu.
Störungsbilder
Abschnitt betitelt „Störungsbilder“| Symptom | Ursache / Lösung |
|---|---|
| Job meldet „nur HTTP - der Cache erlaubt keine HTTPS-Tunnel” | PassThroughPattern: .* fehlt. Kein Fehler: LCM leitet https direkt (ungecacht), alle Quellen bleiben erreichbar. Für gecachtes https die Zeile setzen und den Dienst neu starten |
Anbindung schlägt fehl, Err:-Zeilen im Output | Eine Paketquelle antwortet über den Cache nicht → LCM entfernt das Drop-in wieder, der Server bleibt arbeitsfähig. Die genannten Quellen prüfen |
| „Verbindung prüfen“ rot | Dienst läuft nicht / Port 3142 gefiltert → systemctl status apt-cacher-ng, Firewall prüfen |
| „erreichbar, aber unerwartete Antwort“ | Unter der URL antwortet ein anderer Dienst - Port/Host prüfen |
| Server hängt nach Cache-Ausfall | „APT-Cache trennen“ (oder Drop-in löschen) - APT spricht wieder direkt |