Linux-Benutzer
LCM verwaltet Linux-Benutzer (OS-Accounts auf den Zielservern) als eigenes Datenmodell und verteilt ihre SSH-Public-Keys automatisch auf zugewiesene Server und Gruppen.
Konzept
Abschnitt betitelt „Konzept“Ein Linux-Benutzer in LCM ist ein Katalog-Eintrag mit Benutzername, optionaler
E-Mail und einem oder mehreren SSH-Public-Keys. Wird er einem Server (oder
einer Gruppe) zugewiesen, legt der nächste Sync den OS-Account idempotent
an und schreibt seine Keys in einen von LCM verwalteten Block der
authorized_keys. So kann sich der Benutzer direkt per Schlüssel anmelden.
Berechtigungsprofile
Abschnitt betitelt „Berechtigungsprofile“Ein Linux-Benutzer kannte lange nur zwei Zustände: sudo oder kein sudo.
Wer auch nur einen Dienst neu starten können musste, bekam volles
NOPASSWD:ALL - und damit tragen in der Praxis viel zu viele Konten
Root-Rechte.
Ein Berechtigungsprofil (Linux-Benutzer → Berechtigungsprofile) beschreibt stattdessen genau, was jemand darf:
| Regelart | Beispiel | Wirkung |
|---|---|---|
| Kommando als root | /usr/bin/systemctl --no-pager restart nginx | genau dieser Aufruf, sonst nichts |
| Datei bearbeiten | /etc/nginx/sites-available/kunde.conf | Bearbeiten als root über sudoedit |
| Verzeichnisrecht | /srv/www - lesen und schreiben | zusätzliches Recht über eine POSIX-ACL |
Mitgeliefert sind zwei nicht änderbare Profile, die den bisherigen Zustand abbilden: Voll-Administrator (uneingeschränkte Root-Rechte) und Standardbenutzer (keine).
Zwei weitere Vorkehrungen stecken in der Eingabeprüfung:
--no-pagerwird ergänzt. Ohne das schickensystemctlundjournalctlihre Ausgabe durch einen Pager, der dann als root läuft - inlessgenügt!shfür eine Root-Shell. Ein vermeintlich lesendesstatus-Kommando wäre damit ein vollwertiger Rechteaufstieg.- Editoren gehören nicht in die Kommandoliste.
sudo nano /etc/…ist faktisch eine Root-Shell. Dafür gibt es die Regelart „Datei bearbeiten”: Sie nutztsudoedit, das den Editor als der Benutzer startet und die Datei danach als root zurückschreibt.
Programme wie Shells, Interpreter, Editoren und Pager gewähren unabhängig von ihren Argumenten volle Rechte. LCM verbietet sie nicht, verlangt aber eine ausdrückliche Bestätigung je Regel - damit niemand versehentlich vergibt, was er nicht vergeben wollte.
Regelbausteine
Abschnitt betitelt „Regelbausteine“sudo-Regeln von Hand zu schreiben ist mühsam - und genau daran kippen
Rechtekonzepte: Jemand trägt /usr/bin/systemctl ein, weil der Kollege
„Dienste verwalten” soll, und hat volle Root-Rechte vergeben. Unter
Linux-Benutzer → Regelbausteine liegen deshalb fertige Vorlagen zum Anhaken.
Name und Beschreibung führt jeder Baustein einmal deutsch und einmal englisch - der Katalog liegt in der Datenbank, nicht im Sprachkatalog der Oberfläche. Die mitgelieferten Bausteine tragen beide Fassungen; bei eigenen ist die englische optional, und ohne sie zeigt auch die englische Oberfläche den deutschen Text.
Ein Baustein bringt drei Dinge mit:
- Varianten je Distributions-Familie. Die Unit heißt auf Debian/Ubuntu
apache2, auf RHEL und SUSEhttpd; Binärpfade weichen ebenso ab. Für den Normalfall identischer Zeilen genügt die Variante „Alle”. - Parameter. Ein Baustein „Systemd-Dienst betreiben” deckt mit dem
Platzhalter
{service}nginx, postgresql und eigene Units ab, statt für jede Anwendung einen neuen zu erzwingen. - Verzeichnisrechte. Je Zeile ein
modus pfad(read,readwriteoderdeny). Erst damit wird aus „den Dienst bedienen” ein „die Anwendung verwalten”: Der Unterschied zwischennginx neu starten dürfenundnginx betreuenist der Zugriff auf/etc/nginxund/var/www. Umgesetzt werden sie über POSIX-ACLs - fehlt auf dem Ziel das Paketacl, bleiben sie wirkungslos und der Abgleich meldet es.
Der mitgelieferte Katalog
Abschnitt betitelt „Der mitgelieferte Katalog“LCM bringt rund 70 Bausteine mit - für die Dienste, die auf Linux-Servern tatsächlich laufen. Je Dienst gibt es, wo beides Sinn ergibt, zwei Rollen:
| Rolle | Was sie kann | Für wen |
|---|---|---|
| … betreiben | Dienst starten/stoppen/neu laden, Zustand, Journal, Protokollverzeichnis lesen, die Hauptkonfiguration bearbeiten | Bereitschaft, erste Ebene |
| … verwalten | zusätzlich die eigenen Werkzeuge der Anwendung (Konfigurationsprüfung, Neuladen) und Schreibrecht auf Konfigurations- und Datenverzeichnis | Betreuer des Dienstes |
Neben den verbreiteten Diensten stehen die eigenen Techeve-Anwendungen im Katalog: LCM selbst, Form-Gateway und der DNS-Editor samt seinen beiden Agenten (Zertifikats-Agent, DynDNS-Client).
Abgedeckt sind ferner: nginx, Apache, Caddy, HAProxy,
PostgreSQL, MariaDB/MySQL, Redis/Valkey, Docker und
Podman (je ein benannter Container), Postfix, Dovecot,
BIND (named), AdGuard Home, Pi-hole, WireGuard, Samba,
Fail2ban, certbot, Jellyfin, Grafana, Prometheus,
Nextcloud, Seafile, k3s und Kubernetes-Knoten
(kubelet/containerd) samt einem Nur-Lese-Blick über kubectl, Odoo,
Intrexx, Gitea/Forgejo, GitLab (Omnibus), Aptly,
MinIO, RustDesk, mailcow und ein Nur-Lese-Blick auf gesetzte
ACLs - dazu die
allgemeinen Bausteine „Systemd-Dienst betreiben”, „Dienst nur neu starten”,
„Logs eines Dienstes lesen”, „Pakete aktualisieren” und „Firewall ansehen
und neu laden”.
Ein Baustein kann seine Kommandos unter einem anderen Zielbenutzer als
root ausführen. Das ist keine Feinheit: Nextclouds occ als root zu
starten verstellt die Dateirechte der ganzen Installation - die Anwendung
warnt selbst davor. Der Nextcloud-Baustein läuft deshalb als Web-Benutzer,
und weil der je Distribution anders heißt (www-data, apache, wwwrun),
steht er an der Variante.
Drei Stellen, an denen der Katalog bewusst weniger gibt, als man erwarten könnte - jeweils aus demselben Grund, dass die Regel sonst root wäre:
- WireGuard bekommt keinen Konfigurationszugriff. In einer
WireGuard-Konfiguration steht
PostUp; wer sie schreiben darf, führt beliebige Kommandos als root aus. - Docker deckt genau EINEN benannten Container ab. Wer
dockerallgemein darf, ist faktisch root - ein Container mit eingehängtem Wurzelverzeichnis genügt. - HAProxy hat keine Konfigurationsprüfung: Sie heißt
haproxy -c, und-cist das Flag, mit dem Shells beliebigen Code ausführen. LCM weist es grundsätzlich ab; der Neustart meldet einen Fehler ohnehin.
Mitgelieferte Bausteine sind schreibgeschützt, werden aber gepflegt: Eine neue LCM-Fassung bringt korrigierte Regeln und neue Pfade auch auf bestehenden Installationen mit. Wer einen anpassen will, klont ihn - die Kopie gehört dann ihm und wird nicht überschrieben.
Fehlt für die Familie eines Servers eine Variante, gilt der Baustein dort nicht - und der Abgleich sagt das. Eine fehlende Regel heißt fehlende Rechte; still übersprungen sucht man lange, warum der Dienst-Neustart nur auf den Debian-Servern geht.
Bausteine werden referenziert, nicht kopiert: Wird einem Baustein später
ein fehlendes --no-pager nachgetragen, bekommen alle Profile die Korrektur.
Umgekehrt heißt das, dass eine Änderung Rechte auf allen betroffenen Servern
verändert - vor dem Speichern steht deshalb, welche Profile ihn verwenden.
Die mitgelieferten Bausteine werden mit LCM aktualisiert und sind schreibgeschützt; wer sie anpassen will, klont sie.
Zuweisen
Abschnitt betitelt „Zuweisen“Jeder Linux-Benutzer hat ein Standardprofil, das überall gilt. Je Servergruppe lässt sich davon abweichen - derselbe Mensch kann auf den Webservern anders berechtigt sein als auf den Datenbanken.
Kommt ein Benutzer über mehrere Gruppen auf denselben Server, entscheidet der Vorrang der Gruppe: die kleinere Zahl gewinnt. Die Auflösung von der spezifischsten zur allgemeinsten Aussage:
- ein ausdrücklich an der Direktzuweisung gesetztes Profil,
- das Profil der Servergruppe mit dem stärksten Vorrang,
- das Standardprofil des Benutzers.
Es gilt also immer genau ein Profil je Benutzer und Server - Rechte aus mehreren Profilen summieren sich nicht auf.
Was auf dem Server passiert
Abschnitt betitelt „Was auf dem Server passiert“Ein eigenes Profil wirkt über eine eigene Linux-Gruppe:
Gruppe: lcm-prof-webserversudoers: /etc/sudoers.d/lcm-prof-webserver %lcm-prof-webserver ALL=(root) NOPASSWD: /usr/bin/systemctl --no-pager restart nginxKonto: anna ist Mitglied von lcm-prof-webserverDamit hängen die Rechte am Profil statt am einzelnen Konto: Zuordnen heißt Gruppenmitgliedschaft setzen, entziehen heißt sie lösen. Ein Konto gehört immer in genau eine Profilgruppe; beim Wechsel werden die übrigen gelöst.
Die sudoers-Datei wird vor dem Tausch mit visudo geprüft und dann atomar
ersetzt - ein Syntaxfehler dort legt sonst sudo auf dem ganzen System lahm.
Profile, die auf einem Server nicht mehr gebraucht werden, räumt LCM bei jedem
Abgleich ab; eine Gruppe mit fremden Mitgliedern bleibt dabei unangetastet.
Verzeichnisrechte
Abschnitt betitelt „Verzeichnisrechte“Pfadregeln werden über POSIX-ACLs gesetzt, ausgestellt auf die Profilgruppe:
setfacl -RP -m g:lcm-prof-webserver:rwX /srv/wwwsetfacl -RP -d -m g:lcm-prof-webserver:rwX /srv/wwwDie zweite Zeile ist die Vererbung: Was unter dem Pfad neu entsteht, erbt die Rechte automatisch. Die erste zieht einmalig den Bestand nach - dasselbe, was auf einem NAS „Berechtigungen auf bestehende Dateien anwenden” heißt.
Zwei Feinheiten stecken in den Flags: -P verhindert, dass setfacl Symlinks
folgt (sonst könnte ein Benutzer mit Schreibrecht einen Link auf /etc legen
und dessen Ziel mitfreigeben), und das große X setzt das Ausführ- bzw.
Durchgangsrecht nur auf Verzeichnisse - kleines x machte jede Textdatei im
Baum ausführbar.
Aus einem Profil entfernte Pfade werden beim nächsten Abgleich zurückgenommen. Anders als bei den sudoers-Dateien lässt sich das nicht am Server ablesen - ACL-Einträge tragen weder Kommentar noch Namenskonvention. LCM merkt sich deshalb, welche Pfade es je Server gesetzt hat.
Grundzustand härten
Abschnitt betitelt „Grundzustand härten“Ein Profil gibt Rechte - es nimmt keine weg. Der Grundzustand eines
frischen Linux ist lesefreundlich: /srv, /opt und die
Konfigurationsverzeichnisse einzelner Dienste stehen meist auf 755, weil das
Paket sie so ausliefert. Wer will, dass ein Datenbereich nur den Berechtigten
offensteht, härtet deshalb zuerst den Grundzustand und gibt danach über
ein Profil gezielt frei.
Das ist eine eigene Aktion am Server, kein Profil-Bestandteil - sie gilt unabhängig davon, ob je ein Profil auf den Pfad zeigt.
Gehärtet wird nicht rekursiv: Fehlt am Kopf eines Baums das
Durchgangsrecht, ist alles darunter unerreichbar. Ein chmod -R fasste
stattdessen jede Datei an und wäre kaum zurückzunehmen.
Nicht jedes Verzeichnis von Hand: Über Vorschläge suchen durchsucht LCM
die Datenbereiche (/srv, /opt, /var/www, /data) und eine kuratierte
Liste bekannter Konfigurationsverzeichnisse (/etc/nginx, /etc/postfix,
/etc/mysql, …) nach allem, was noch für alle lesbar ist. Je Fund steht dabei
die Gruppe, unter der die Inhalte liegen - genau die muss das Verzeichnis
bekommen, damit der Dienst den Zugriff behält. Angehakt und in einem Lauf
abgeschottet.
Warum eine Positivliste und nicht „alles unter /etc außer …”: Unter /etc
liegt auch, was world-readable bleiben muss - profile.d, alternatives,
ssl/certs, die Init-Skripte. Eine Ausschlussliste wäre nie vollständig, und
der erste vergessene Eintrag legt ein System lahm.
Rechte-Soll gegen Drift
Abschnitt betitelt „Rechte-Soll gegen Drift“Einmal setzen genügt nicht. Paketaktualisierungen bringen Rechte der
ausgelieferten Dateien mit und setzen eine Härtung zurück, systemd-tmpfiles
stellt Modi beim Booten wieder her, und eine beim Update ersetzte Datei ist
ein neuer Inode - ihre ACL ist weg.
Dafür gibt es die Grundsatz-Regel Rechte-Soll (perm-sync): Sie vergleicht
bei jeder Verbindung und greift nur bei Abweichung ein. Bei den gehärteten
Verzeichnissen wird der Zustand wiederhergestellt, bei den Verzeichnisrechten
prüft eine Stichprobe am Wurzelpfad, ob der ACL-Eintrag noch steht - der
Voll-Abgleich läuft ohnehin beim Benutzer-Sync. Jeder tatsächliche Eingriff
erscheint im Audit-Log.
Dazu kommt ACL einrichten (acl-setup): Fehlt die ACL-Unterstützung, wird
das Paket nachinstalliert - sonst passiert nichts. Damit rüstet eine Gruppe
neue Mitglieder ohne Zutun nach. Scheitert die Installation (kein Repo-Zugang),
wird sie frühestens nach 24 Stunden erneut versucht, statt bei jedem Ping.
Beide Typen tragen keinen widersprüchlichen Soll-Zustand - fordern mehrere Gruppen dasselbe, wird entdoppelt statt nach Vorrang aufgelöst.
Kontotyp „nur Dateizugriff”
Abschnitt betitelt „Kontotyp „nur Dateizugriff”“Ein Profil kann festlegen, dass seine Mitglieder keine Shell bekommen: Anmeldung nur per SFTP, ohne Programme. Damit ist die Frage „welche Programme darf jemand starten” endgültig beantwortet - keine. Sichtbar bleibt, was die Verzeichnisrechte hergeben.
Umgesetzt wird das mit zwei Riegeln: einem sshd-Drop-in mit
ForceCommand internal-sftp für die Profilgruppe und nologin als Login-Shell
des Kontos. internal-sftp steckt im sshd selbst - es muss nichts kopiert und
nichts gepflegt werden.
Das Drop-in schließt mit Match all ab. Das ist keine Formsache: Die
Include-Zeile steht in sshd_config ganz oben, und ein Match-Block gilt bis
zum nächsten Match - ohne den Abschluss rutschte die gesamte restliche
Konfiguration ungewollt in den Block. Vor dem Neuladen läuft sshd -t; lehnt
sshd die Konfiguration ab, wird zurückgerollt. Ein Fehler dort sperrt sonst
nicht nur die Benutzer aus, sondern auch LCMs eigenen Zugang.
Im eingeschränkten Sudo-Modus
Abschnitt betitelt „Im eingeschränkten Sudo-Modus“Auf gehärteten Servern hat LCMs Service-User keine Root-Shell, sondern nur eine sudo-Whitelist und den LCM-Helper. Die Profile wirken dort trotzdem: Gruppe, sudoers-Datei und Mitgliedschaft laufen über eigene Helper-Unterkommandos.
Der Helper übernimmt den Inhalt dabei nicht blind. Er prüft, dass jede
Zeile auf die eigene Profilgruppe ausgestellt ist und kein ALL als Kommando
trägt, und lässt visudo darüber laufen. Ohne diese Prüfung könnte ein
kompromittiertes LCM dem eingeschränkten Service-User über eine Profil-Datei
volle Rechte zurückgeben - genau das, was der eingeschränkte Modus verhindern
soll.
Self-Service-Aktivierung
Abschnitt betitelt „Self-Service-Aktivierung“Statt Keys vorab zu kennen, kann LCM einem Benutzer per E-Mail einen
Aktivierungslink schicken. Über eine öffentliche Seite (/linux-aktivierung,
auch ohne Login erreichbar) setzt der Benutzer selbst sein Passwort und/oder
hinterlegt seinen Public-Key. Erst danach wird er auf die Server verteilt.
Deprovisionieren vor dem Löschen
Abschnitt betitelt „Deprovisionieren vor dem Löschen“Ein Benutzer lässt sich erst löschen, wenn er auf keinem Server mehr provisioniert ist - solange noch Zuweisungen bestehen, lehnt LCM das Löschen mit einem Hinweis ab (HTTP 409). Der Weg ist also ausdrücklich zweischrittig: zuerst „Von allen Servern entfernen” (deprovisioniert Account und Key-Block auf den Zielsystemen), dann löschen. So kann auch ein unbedachtes Löschen keinen verwaisten OS-Account hinterlassen - und ein Server, der beim Deprovisionieren offline ist, fällt auf, statt still übersprungen zu werden. Mit dem Benutzer verschwinden auch seine hinterlegten Schlüssel und offene Aktivierungslinks.
Typischer Ablauf
Abschnitt betitelt „Typischer Ablauf“- Unter Linux-Benutzer über „+ Linux-Benutzer“ einen Eintrag anlegen (Benutzername, optional E-Mail).
- SSH-Keys hinterlegen - direkt einfügen oder in LCM ein Schlüsselpaar erzeugen (der private Teil wird einmalig zum Download angeboten). Alternativ per Aktivierungslink dem Benutzer überlassen.
- Den Benutzer einem Server oder einer Gruppe zuweisen.
- LCM richtet den Account sofort auf den betroffenen Servern ein - auf den nächsten System-Sync muss niemand warten.
Automatischer Abgleich
Abschnitt betitelt „Automatischer Abgleich“Jede Änderung, die die Berechtigung eines Benutzers betrifft, wirkt sofort:
- neuer oder entfernter SSH-Schlüssel, geändertes
sudo, gesetztes Passwort (auch über den Aktivierungslink) → alle Server des Benutzers werden aktualisiert, - Zuordnung zu einer Gruppe oder einem Server → das Konto wird dort eingerichtet,
- gelöste Zuordnung → das Konto wird auf den betroffenen Servern
entfernt (
userdel -r) - außer der Benutzer ist dort über eine andere Gruppe oder direkt weiterhin berechtigt, - Server tritt einer Gruppe bei oder verlässt sie → er erbt deren Benutzer bzw. verliert die Konten, zu denen ihn nur diese Gruppe berechtigt hat.
Rückstand bei nicht erreichbaren Servern
Abschnitt betitelt „Rückstand bei nicht erreichbaren Servern“Ist ein Server im Moment der Änderung nicht erreichbar, geht der Auftrag nicht verloren: Er bleibt im Rückstand stehen (auch über einen Neustart von LCM hinweg) und wird beim nächsten erfolgreichen Kontakt nachgeholt - spätestens mit dem Health-Check, der ohnehin regelmäßig eine Verbindung aufbaut. Offene Aufträge stehen im Reiter Benutzer des Servers samt Ursache des letzten Fehlversuchs.
Das ist vor allem für entzogene Zugänge wichtig: Ein Konto, das erst beim nächsten geplanten Sync verschwände, bliebe bis dahin nutzbar.
Benutzer-Übersicht je Server
Abschnitt betitelt „Benutzer-Übersicht je Server“Der Reiter Benutzer auf der Server-Detailseite zeigt den IST-Zustand
des Zielsystems: alle Konten, mit denen man sich per SSH oder Shell anmelden
kann. Systemkonten (UID unterhalb von UID_MIN, nologin/false-Shell)
sind ausgeblendet; root erscheint bewusst. Erhoben wird beim Voll-Scan
(„Alles aktualisieren”, System-Sync) und auf Knopfdruck („Jetzt neu erheben”).
Je Konto zu sehen:
- Anmeldung: nutzt das Konto noch ein Passwort, oder kommt es bereits
nur mit SSH-Key herein (Passwort-Status aus
/etc/shadow) - Anzahl der SSH-Keys (
authorized_keys) - 2FA: hat der Benutzer sein TOTP eingerichtet (siehe SSH-2FA)
- Letzter Login laut
lastlog/lastlog2- zählt nur interaktive Anmeldungen; automatisierte Verbindungen (auch die von LCM) erscheinen hier nicht. Auf Systemen ohne lastlog bleibt die Spalte leer (best effort). - LCM-Badge: das Konto entspricht einem von LCM verteilten Linux-Benutzer
Direkt aus der Übersicht heraus lassen sich Konten verwalten:
- Deaktivieren sperrt das Passwort und lässt das Konto ablaufen -
erst das Ablaufdatum blockiert auch SSH-Key-Logins (
usermod -Lallein tut das nicht). Umkehrbar über Aktivieren. - Entfernen löscht das Konto endgültig, samt Home-Verzeichnis.
- LCM-Benutzer synchronisieren: einen Katalog-Benutzer direkt auf diesen Server zuordnen und sofort einrichten.
Geschützt sind root, der LCM-Service-User und LCM-verwaltete Konten -
Letztere werden über diese Seite hier (Linux-Benutzer) gepflegt, sonst
stellte der nächste Sync den alten Zustand stillschweigend wieder her.
Mitgelieferte Anleitung unter /doku
Abschnitt betitelt „Mitgelieferte Anleitung unter /doku“LCM bringt eine kurze Anwender-Doku mit, erreichbar unter https://<host>/#/doku
- ohne Anmeldung, denn die Anleitung zum Einrichten des SSH-Schlüssels wird genau dann gebraucht, wenn man noch keinen Zugang hat. Der Link darf also bedenkenlos in eine Einladungs-Mail.
Aktuell fünf Seiten: das Einrichten des SSH-Schlüssels, die Selbst-Einrichtung der Zwei-Faktor-Anmeldung sowie drei Anleitungen zum Einbinden von Geräten - LCM-Agent, MikroTik RouterOS und Synology DSM. Sie richten sich an die Person, die die Einrichtung vornimmt, und nennen jeweils die Stelle, an der es erfahrungsgemäß hakt: den Agent-Port, den Nur-Lese-Benutzer auf dem Router, die erzwungene 2FA am NAS.
Die erste Seite erklärt das Einrichten des SSH-Schlüssels und, für Server mit aktivierter SSH-2FA, das Einrichten des zweiten Faktors durch den Benutzer selbst (Authenticator-App, Notfallcodes, Probe in einer zweiten Sitzung).
Die Schlüssel-Seite erklärt das Einrichten unter Linux, macOS und
Windows - beim letzteren sowohl mit dem mitgelieferten OpenSSH als auch mit
PuTTY: wie man aus einem vorhandenen .ppk den öffentlichen Schlüssel im
richtigen Format herausholt, wie man ihn über Pageant als Standard einrichtet
und wie man ihn für OpenSSH umwandelt.
Gepflegt wird die Doku als Markdown im Repository unter
internal/appdocs/pages/<sprache>/. Die Dateien werden ins Binary eingebettet;
eine neue Seite anzulegen heißt: Datei mit Zahl-Präfix ablegen (20-…md, die
Zahl bestimmt die Reihenfolge), erste Überschrift wird zum Titel. Gerendert
wird mit einem kleinen eigenen Markdown-Renderer, der Roh-HTML maskiert statt
durchzureichen (Begründung: Abhängigkeiten).
Sperren, Synchronisieren und die Anmelde-Historie
Abschnitt betitelt „Sperren, Synchronisieren und die Anmelde-Historie“Neben „Jetzt neu erheben” steht „LCM-Benutzer synchronisieren”: Damit werden die in LCM gepflegten Benutzer sofort auf diesen Server verteilt, ohne den Umweg über einen Zeitplan.
Verteilte Konten lassen sich auf einem einzelnen Server sperren. Der Benutzer bleibt LCM zugeordnet und auf allen anderen Servern nutzbar; hier wird er stillgelegt. Wichtig dabei: Die Sperre wird gemerkt und übersteht den nächsten Sync - ohne diese Merkung würde LCM sie wenige Minuten später stillschweigend wieder aufheben. Sie gilt unabhängig davon, ob der Benutzer direkt oder über eine Servergruppe zugeordnet ist.
Was verteilten Konten verwehrt bleibt, ist das endgültige Entfernen - das
legte der nächste Sync ohnehin wieder an. Dafür ist die Deprovisionierung über
den Katalog da. Unantastbar bleiben in jedem Fall root und der
LCM-Service-User: Über ihn verwaltet LCM den Server überhaupt erst.
Die Spalte Letzter Login lässt sich aufklappen und zeigt dann die
einzelnen Anmeldungen mit Zeitpunkt, Herkunft, Terminal und Dauer -
laufende Sitzungen sind als solche gekennzeichnet. Quelle ist wtmp auf dem
Server (erhoben über last im selben Scan-Durchgang). Wie weit die Historie
zurückreicht, bestimmt das System selbst: wtmp wird üblicherweise monatlich
rotiert, ältere Anmeldungen sind dann nicht mehr vorhanden.